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27 Jan 2010    10:00

Box-Training in der Südstadt

Gewaltpräventives & Sportpädagogisches Projekt

Mit diesem Box-Projekt in der Südstadt, hat die RheinFlanke gGmbH in Kooperation mit dem Jugendzentrum GOT St. Josef, ein gewaltpräventives und sportpädagogisches Projekt im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit in der Stadt Grevenbroich initiiert.

Beginn der 5-monatigen Pilotphase war der 24. Oktober 2009. In der Pilotphase wird durch ein insgesamt dreiköpfiges Team von zwei Boxtrainern, begleitet durch den Mobilen Jugendarbeiter, jeweils samstags für Jugendliche im Altervon 12-18 Jahren ein gewaltpräventivesBoxtraining angeboten, unter dem Motto „Gegen Gewalt - Für Respekt und Toleranz.“

Ein entscheidender Aspekt des Box- Projektes ist es, herauszuarbeiten, dass Kampf, wie er im Boxtraining innerhalb des Box-Projektes der RheinFlanke praktiziert wird, sich elementar von Gewalt unterscheidet. Die jugendlichen Teilnehmer des Projektes befinden sich in einer Lebensphase der Suche nach ihrem Männlichkeitsbild, einer Lebensperspektive und ihrem Platz in der Gesellschaft. Diese komplizierte Lebensphase, in denen die einzelnen Jugendlichen durch die (Box)Trainer und dem Mobilen Jugendarbeiter nun unterstützt werden, ist vielfach von Irritation und unkontrollierter Aggression bis hin zu exzessiver Gewaltausübung geprägt. Dabei stellt Kämpfen ein zentrales Thema in der männlichen Entwicklung dar. Obwohl das Kämpfen an sich in der Gesellschaft oftmals stigmatisiert und unerwünscht ist, sind kämpferische Qualitäten wie Einsatzbereitschaft, Durchsetzungsfähigkeit, Disziplin und Zivilcourage anerkannt oder sogar gewünscht.

 

Ziel des Projektes ist es daher, bei den Jugendlichen Bewusstseinsprozesse zu initiieren und Erfahrungen zu vermitteln, die zwar positive kämpferische Qualitäten stärken, eskalierendes und unkontrolliertes gewalttätiges Handeln hingegen strikt ablehnen. 17.Dezember 2009 Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben jeweils samstags in der Zeit von 12.00 bis 14.00, acht Boxeinheiten stattgefunden. Eine Gruppe von 16 männlichen Jugendlichen im Alter von 12 – 18 Jahren hat sich in dieser Zeit als Kerngruppe herauskristallisiert. Aus verschiedenen Gründen (Fußballspiel, familiäre Verpflichtungen, Krankheit, etc.) ergibt sich eine natürliche Fluktuation unter den Teilnehmern. Die Mehrzahl der teilnehmenden Jugendlichen lebt in der Südstadt und ist Stammbesucher der GOT St. Josef. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch auch Jugendliche aus anderen Stadtteilen (Allrath, Innenstadt, Elsen) dem Training angeschlossen.

 

Die gute Kooperation der Mobilen Jugendarbeit mit verschiedenen Institutionen (z.B., Hans-Sachs-Schule) und der GOT St. Josef in der Südstadt zeigt sich hier als überaus hilfreich. Die Jugendlichen kennen den Mobilen Jugendarbeiter und stehen seit längerem in Kontakt mit ihm. Dadurch scheint es dem einen oder anderen Jugendlichen leichter zu fallen, die anwesenden Betreuer (Boxtrainer) anzusprechen und zu akzeptieren. In Gesprächen mit den Jugendlichen wird dies sehr deutlich. So ergaben sich manchmal sehr persönliche Gespräche zwischen dem Mobilen Jugendarbeiter und einzelnen Jugendlichen. Themen dieser Gespräche waren meist familiäre und schulische Probleme. Auch mit den Boxtrainern ergaben sich Gespräche jenseits des Boxtrainings.



Um den Beziehungsaspekt innerhalb des Projekts zu vertiefen hatten sich die Betreuer und Jugendlichen verabredet, sich am 5. Dezember nach dem Training in den Räumen der GOT zu treffen. Sinn und Zweck für das Treffen war das gegenseitige besser kennenlernen. Es wurde typisch türkisch gegessen und die Gruppe unterhielt sich über verschiedenste Themen. Aus Sicht der Boxtrainer und des Mobilen Jugendarbeiters waren die ersten 8 Wochen überaus positiv. So gab es keine Störungen innerhalb der Gruppe. Auch zwischen den Betreuern und den Jugendlichen ergaben sich keine negativen Konfrontationen. Alle teilnehmenden Jugendlichen waren mit Begeisterung und Engagement bei der Sache. Die Rückmeldungen der Jugendlichen sind überaus positiv. So haben die Jugendlichen schon mehrfach angeregt, eine zweite Einheit pro Woche durchzuführen. Alle teilnehmenden Jugendlichen wären bereit, einen Geldbeitrag dafür zu zahlen. Notwendige Gespräche mit den verschiedensten Akteuren (Jugendamt, Jugendgerichtshilfe, etc.) sollten am Anfang des Jahres 2010 geführt werden.

 

 

 

 (SJ)
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