Bisher existieren nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung von Sportprogrammen auf die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das Forschungsprojekt der RheinFlanke soll daher neue Grundlagen für die Jungendarbeit schaffen.

RheinFlanke Mitarbeiter und Sportwissenschaftler Younis Kamil entwickelte dazu ein spezielles Fußballprogramm, welches zu positiven Veränderungen im Sozialverhalten der Teilnehmer führen soll. Dieses umfasst zwei Trainingseinheiten pro Woche, in denen sportliche Inhalte stets mit mentalen und sozialen Inhalten verknüpft werden, um so gezielt die Fähigkeiten der Kinder zu fördern. Dabei werden entwicklungspädagogische Ansätze mit denen der freien Jugendarbeit verbunden. Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe werden dann die Ergebnisse abschließend ausgewertet. Gefördert durch die Gold-Kraemer-Stiftung konnte das Forschungsprojekt im Januar 2015 mit der ersten Probandengruppe starten. 24 Kinder, im Alter von 9 bis 12 Jahren der Heinrich-Böll-Primarschule in Frechen, nahmen an der ersten Phase der Studie teil. Die Heinrich-Böll-Schule fördert Kinder mit emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen.

Die erste Gruppe schloss nun das Programm mit großem Erfolg ab. Das Sozialverhalten aller Teilnehmer verbesserte sich, gemessen an den individuellen Voraussetzungen vor Beginn der Studie, erheblich. Besonders Kompetenzen wie Entscheidungsfähigkeit und Geduld werden demnach durch das Programm gefördert. Zudem zeigte sich ein deutlicher Unterschied im Vergleich zu der Kontrollgruppe, welche lediglich an einem unspezifischen Fußballtraining teilnahm. „Die ersten Ergebnisse unseres Forschungsprojekts bestätigen eindeutig die Ausgangsthese! Der Fußball kann unter bestimmten sozialen, räumlichen und strukturellen Bedingungen zu positiven Verhaltensmodifikationen führen“, so Younis Kamil. Um dieses eindrucksvolle Zwischenergebnis wissenschaftlich zu fundieren, startete nun die zweite Phase des Projekts mit einer weiteren Probandengruppe der Heinrich-Böll-Schule. Im Herbst 2016 sollen dann die endgültigen Forschungsergebnisse veröffentlicht werden.[yg]

Weitere Informationen: Forschungsprojekt