Was haben kubanische Congas, Bremsscheiben und Füße gemeinsam? Wir können damit Klänge und Rhythmen entstehen lassen. Wie, das konnten rund 20 geflüchtete Kinder und Jugendliche in der „Klangschmiede“ der LAG Musik NRW und LKJ NRW in Kooperation mit der Offenen Jazz Haus Schule Köln e. V. und der RheinFlanke gGmbH erfahren.

Bei dem Ferienworkshop erforschten die Kids Percussion-Instrumente aus aller Welt und musizierten auf Alltagsgegenständen. Daneben lernten die sechs- bis 18-Jährigen in der „Body Percussion“, allein mit Händen oder dem Mund, vielseitige Rhythmen entstehen zu lassen. Ergebnis nach fünf intensiven Tagen: zwei selbst komponierte Lieder in Deutsch, Persisch oder Spanisch. Wie der Name des Projekts vermuten lässt, bauten die Teilnehmenden im Atelier und in der Eisenschmiede des Fort 3b in Köln Ossendorf/Mengenich auch ihre eigenen Instrumente wie z.B.Cajons, ein peruanisches Schlaginstrument in Form einer Holzkiste.

Sägen, Schneiden, Schweißen – wem die körperliche Betätigung nicht reichte, der konnte sich bei Fußball oder Volleyball auspowern. Und auch ein wenig rumalbern. „Diese Kids wurden früh gezwungen, erwachsen zu werden. Es tut gut zu sehen, dass sie hier auch mal Kind sein können.“ Betreuerin Kaziwah Ahmadi, Integrationslotsin der RheinFlanke im Projekt HOPE mobil, kennt die Gruppe schon seit Jahren: die meisten sind unbegleitete Minderjährigen u.a. aus Syrien, Irak oder Afghanistan. Sie weiß um ihre Sorgen: so beschäftigt es die jungen Menschen, wenn ihre Eltern nicht nachkommen können. Deshalb: Neben den musikalischen und handwerklichen Erfolgen der gemeinsamen Woche – „Das Schönste ist, dass sich die Kids in dieser Gruppe mittlerweile wie eine Familie und immer heimischer fühlen.“ [fs]