Jobcoaching und Talentförderung im Integrationsprogramm der RheinFlanke
Als Antwort auf den seit der Flüchtlingskrise stark angewachsenen Bedarf an Integrationshilfe entwickelte die RheinFlanke gGmbH im Jahr 2016 das innovative Programm HOPE.
Ganz nach dem Motto „Rundum integriert“ bietet HOPE bedarfsgerechte Förderangebote für von Flucht betroffene Jugendliche und junge Erwachsene in allen Lebensbereichen. Ziel ist dabei immer eine erfolgreiche Vermittlung in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dahin ist der Teilbereich des Programms, der sich mit der Berufsorientierung und -qualifizierung befasst – das Jobcoaching. Hier erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen umfangreiche Beratungen und Unterstützungsangebote für die Vorbereitung auf das Berufsleben, je nach Bedarf werden sie in externe Qualifizierungs- oder Bildungsmaßnahmen weitervermittelt oder können sich in einem weiten Angebot von Praktikumsplätzen auf dem deutschen Arbeitsmarkt ausprobieren.
Eine besondere Möglichkeit, sich selbst in der Integrationsarbeit zu engagieren, bietet die RheinFlanke jungen Zuwanderern und Zuwanderinnen mit dem Teilbereich Talents. In Teilzeit können sie im Rahmen des Programms einen Bundesfreiwilligendienst bei der RheinFlanke absolvieren. Dabei unterstützen sie das mobile Integrationsangebot der gemeinnützigen Organisation in den Kölner Notunterkünften und nehmen zusätzlich an einem Jobcoaching teil. Einmal in der Woche findet ein Talents-Meeting statt. Unter Anleitung des Fachpersonals der RheinFlanke werden hier die Arbeitstage reflektiert und kommende Aufgaben besprochen. Schwerpunkt des Meetings ist jedoch die politisch-kulturelle Bildung. Unter einer bestimmten Leitfrage diskutieren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen für sie relevante Themen zu Politik und Kultur in Deutschland. „Wieso leben Menschen in Deutschland auf der Straße, wo es doch ein gut funktionierendes Hilfesystem gibt?“, fragt sich dabei zum Beispiel Rabi (20) aus dem Irak, der im August seinen Bundesfreiwilligendienst bei der RheinFlanke begann. Die Afghanin Atifa (20) steht bereits kurz vor dem Abschluss des Programms. „Von Anfang an fand ich es gut, dass ich hier einfach sprechen konnte. In der Schule muss ich immer aufpassen, dass ich alles richtig sage. Hier reden wir einfach! Besonders interessant fand ich das Thema: Wie sieht die Welt in zehn Jahren aus?“, berichtet die junge Frau begeistert von ihren Erfahrungen. Atifa will sich auch nach dem Abschluss ihres Dienstes weiter ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, bevor sie eine Ausbildung beginnen darf.
Zurzeit leisten acht junge Geflüchtete ihren Bundesfreiwilligendienst bei der RheinFlanke, weitere 30 werden im Jobcoaching betreut. Diese Zahl soll sich in den kommenden Monaten weiter erhöhen.[yg]